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Kein Ikea-Mobiliar: Mykket Morton mit Someone

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Mykket Morton klingen und sehen so aus, als hätten ein Ikea-Regal und ein alteingesessener englischer Herr Kinder gemacht und anschließend in einer Craftbier-Bar aufwachsen lassen. Abgesehen davon ist ihre neue Single Someone aber ziemlich nice geworden. Die vier Jungs, quatsch, Männer kommen aus Kassel und rasieren schon seit 2016 die Bühnen unserer Republik.

Someone ist die erste Single-Auskopplung ihrer neuen EP Traveller, welche am 15.02.2019 erscheinen wird. Es ist also egal, wie dein Valentinstag-Date ausgeht, der nächste Tag kann nur gut werden! 😉

Nachdem ich die Single das erste Mal gehört hatte, dachte ich schon, dass mir hier wieder irgendeine generische Eintagsfliege um die Ohren schwirren würde. Allerdings hat es diese Eintagsfliege relativ gut verstanden, sich vor meiner Fliegenklatsche zu verstecken, denn irgendwas an der Nummer hat mich dann doch gepackt. Die Fliege hat sich auf meiner Stirn versteckt.

[Fast Forward] drei Tage später: Ich höre mir Someone nochmal an und finde die Nummer ganz geil. Ich schaue, welche ähnlichen Künstler mir von Spotify vorgeschlagen werden und stoße dabei auf Namen wie Giant Rooks, Leoniden und Fil „Ich mach das nur, weil’s schick ist“ Bo Riva. Überzeugt, ihr kriegt euren Artikel 🙂

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Das Cover zu Traveller (was solls auch sonst sein?!)

Someone beginnt mit männlichen Vocals und gepickter Gitarre. Ich muss kurz an Nickelback denken. Aber irgendwas interessiert mich schon an dem Song. Ich habe das Gefühl, dass hier noch was kommt und genauso ist es auch: Bis zum ersten Chorus plätschert der Song vielversprechend vor sich und und zeigt sich dann in seiner ganzen Pracht. Ganz schön indie. Someone geht schon gut ab und ist tanzbar. 

Da ich ein großer Fan von Background-Vocals und dadurch entstehender Harmonien bin, hat mich der Song auf alle Fälle spätestens dort eingesammelt. Mykket Morton haben auch das Panorama schön ausgenutzt, die Backings sind mal links und mal rechts zu hören. Das erzeugt Raum. Die zweite Strophe ist wieder gewohnt ruhig und der sich steigernde B-Teil vor dem zweiten Chorus finde ich zwar ungewohnt, aber stimmig. 

Someone lässt mich etwas verwirrt zurück

Und dann sind wir auch schon am Ende angekommen. Es gibt noch einmal den Chorus mit kleinen Variationen zu hören und dann sagen Mykket Morton auch schon habe fertig. So gesehen eigentlich eine richtig einfache Songstruktur. Trotzdem packt mich der Song und das finde ich das Besondere an Someone. Da ist wieder diese Authentizität, die ich immer suche. Musikalisch musste ich außerdem ein bisschen an die Some Sprouts denken.

Allerdings liebe Mykket Morton, da ist auf alle Fälle noch Luft nach oben! Ich wünsche mir für Weihnachten 2019 noch ein bisschen mehr Mut und eigene Würze, ihr seid ja kein IPA von Lidl, oder? 😉 

 Übrigens, eine persönliche Sache noch von mir:

Wer auch immer die Backings ab 3:31 singt, Respekt. 

Someone lässt mich etwas verwirrt zurück: Obwohl einige Elemente der Musik an sich schon sehr oft gehört wurden, ist es die Gesamtheit, die Someone spannend macht. Die Single ist also mehr als die Summe seiner Teile. Wie episch. Mykket Morton haben hier eine melancholische, aber dennoch tanzbare Indie-Nummer abgeliefert, die mit einigen Feinheiten überzeugt. 

  • Am besten hören beim: 10% Bier trinken, ohne mit der Wimper zu zucken, sich „Mom“ auf den Oberarm tättowieren lassen

Hier gibt es noch das interessante Musikvideo zu Someone: 

2 thoughts on “Kein Ikea-Mobiliar: Mykket Morton mit Someone

  1. Auch wenn der Artikel bereits ein Jahr auf dem Buckel hat gebe ich als Uralt Fan der Gruppe meinen Senf dazu. Die Single ist vielschichtig und greift meiner Meinung nach in eine Ebene die mir so nicht bekannt war. Claudios (Gitarre und Backing Vocals) Stimme fasziniert immer wieder. Besonders live. Das was er bei Minute 3:31 abliefert ist nur ein Vorgeschmack auf das was er auf der Bühne zeigt (so leise kann niemand laut schreien),. Marcs und Philipps Rhythmus section harmoniert tadellos mit Julians treibenden Leadgitarren Spiel und bringt mich immer wieder zum Träumen. So sehr habe ich mich in Musik nicht mehr verloren seit dem ersten Mal hören von Pink Floyds Progressive Gesammtwerk Wish you were here!

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