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Privatpatientin empfiehlt: Helga Weiss mit Karies

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Obwohl die drei Jungs von Helga Weiss so aussehen, als würden sie Darktechno mit Herzblut auflegen, haben sie mit ihrer allerersten Single Karies doch eine niedlichere Rock-Liebeshymne abgeliefert, als ich erwartet hätte. Die Band kommt aus Köln-Mülheim und spielt als Trio einen witzigen Mix aus Pop, Rock und 80s. Nach einigen Bühnenshows kam letzten Freitag ihre erste Single Karies raus.

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Hier das extrem süße Cover zu Karies

Karies fängt ziemlich direkt und unverblümt an. Wir werden von einem gut gelaunten Gitarren-Riff begrüßt. Sommer, Sonne, Eierkuchen also. Ging das Sprichwort nicht anders?

Doch sobald die erste Strophe anfängt, merken wir, dass doch nicht alles so Eierkuchen ist, wie anfangs gedacht. Es geht nämlich in diesem Song ausnahmsweise mal um Gefühle. Genauer gesagt, um unerwiderte Liebe. Wie so oft im Leben vieler Männer, hat sie einen anderen.

Die Strophe ist leicht funkig, hat aber gleichzeitig auch was von Avril Lavigne oder Metro Station. Erinnert mich außerdem auch ein bisschen an Tombola, so vom Vibe her. Dann gibt es eine kurze Bridge, wie in Amsterdams Innenstadt und wir sind im Chorus.

Und der klingt eigentlich genau so, wie ich es erwartet habe. Guter Bums ist zwar vorhanden, wie auf der Reeperbahn, aber die Wirkung verpufft eben auch etwas aufgrund der Vorhersagbarkeit. Genug der perversen Wortspiele. Witzig finde ich noch den Umstand, dass das Wort Kaka im Chorus vorkommt. Ob diese infantile Hörweise beim Songwriting bedacht wurde, bezweifle ich eher.

Du bist süß wie Schokolade, er hat Karies  

Weil ich dich nicht für mich alleine habe, schlage ich Sahne 

Die Metapher mit süß, Schokolade und Karies war ja noch nachvollziehbar, wo das mit der Sahne aber herkommt, hat sich mir noch nicht ganz erschlossen. Hoffen wir nur, dass Sahne nicht zu stark verprügelt wird.

Und danach war es das auch eigentlich schon mit dem Song. Die Strophe und der Chorus werden jeweils noch einmal wiederholt, dann gibt es einen entschlackten Turnaround, das Riff vom Anfang, nochmal den Chorus und der Vorhang schließt sich. Applaus.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich von Karies halten soll.

Helga Weiss haben mit Karies zwar nicht das Rad neu erfunden, aber dennoch einen interessanten Song mit Existenzberechtigung veröffentlicht. Auf der einen Seite klingen sie wie eine Kölner Faschingsband, die das Festzelt zum toben bringen kann, dann wieder wie eine Teenager Rockband aus dem Jahr 2009. Der Chorus könnte auch der Intro-Song zu einer schlecht synchronisierten Kinder-Serie auf Super RTL sein. Professionell produziert ist der Song aber trotzdem. Die Vocals und Instrumente sind alle on point.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich von Karies halten soll. Einerseits gefällt mir der Song, gleichzeitig ist er aber auch ziemlich kitschig. Gerade wenn man denkt, okay, das hatten wir schon 2009, ändert sich etwas im Song und man bleibt doch dabei. Und dann gerade wenn man denkt, okay krass, der Song kann was, kommen Quatsch-Lyrics. Vielleicht liegt ja genau in dieser Diversität der Reiz? Ich persönlich schätze mal, dass Helga Weiss noch lange nicht am Ende sind und jetzt erst richtig aufdrehen, wie kleine Kinder nach der ersten Cola. Wir dürfen also gespannt sein, was da noch kommt! 😉

Bevor du den Sahne auch noch schlägst, hör am besten gleich mal selbst in die Debüt-Single rein. 

Hier kannst du dir noch das dazugehörige, frisch erschienene Musikvideo von Helga Weiss mit 0 kcal. anschauen: 

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