“Blue Hour” von den Leoniden: Ein Song über Angst, der Mut macht

Leoniden

Man kennt sie als die Indie-Rock Band, die Stimmung macht. Die auf Konzerten euphorisch über die Bühne hüpft und jede einzelne Person in der Menge zum Abgehen bringt. Doch hinter den Kulissen sieht die Welt oft anders aus. Die Leoniden lassen uns auf ihrer neuen Single näher an sich heran und zeigen eine Seite des Frontsängers Jakob, die wir noch nicht kannten: Blue Hour, ein zu tiefst ehrliches Stück über Panikattacken und Hoffnung, sollte man sich mehr als einmal genau anhören.

Fast tausend Kommentare stehen unter dem Instagrampost, in dem Jakob vor ein paar Tagen den Hintergrund des Releases erklärte. Nach mehreren Jahren traut er sich öffentlich über seine psychische Gesundheit zu reden und erzählt im Beitrag seine Geschichte. Anfangs ignorierte er die aufkommenden Symptome, biss sich durch, doch irgendwann holten ihn die Panikattacken und die Depression ein. Diesen Zustand ersteinmal zu akzeptieren ist unglaublich schwierig. Ihn dann zu bewältigen noch schwerer. Und das Ganze dann der Welt zu offenbaren, einen Song zu schreiben, der verletzlich macht, braucht eine andere Art von Mut. Doch die vielen Reaktionen zeigen, wie wichtig dieser Schritt nun gewesen ist.

Blue Hour klingt anders als der Rest der Leoniden-Songs. Natürlich, man hört sofort heraus, zu wem die Melodien und die kräftige Stimme gehören, aber es schwingt eine Menge Melancholie mit. Der Song ist tanzbar, doch trotzdem ist zu spüren, dass dies kein leichtbeschwingtes Tanzen sein kann. Er beginnt sanft, nur Klavier und Bass zur Untermalung, und als das Schlagzeug einsetzt, bleibt es sanft. Wie eine warme Decke wickelt das Lied die Zuhörer*innen ein. Ja, es wird lauter, aber nicht Explosiver-Moshpit-laut wie sonst, denn hier liegt der Fokus auf dem, was Jakob uns sagen will.

Remember the dark and how it hurt
Every blue hour we’re weak in the knees again

Die Lyrics fassen gut zusammen, wie sich eine Panikattacke anfühlen kann. Weiche Knie, Schwindel, Angst – und schlussendlich kommt es zum Zusammenbruch. Blau, die Farbe der Melancholie und des Anbruches der Dunkelheit, kehrt dabei immer wieder und gibt dem Song auch seinen Namen. Genauso singt Jakob darüber, dass es so wirkt, als würden die Ängste immer gleich wiederkehren, doch dem ist nicht so. Es wird besser. Diese Hoffnung trägt Blue Hour ebenfalls in sich.

Dabei sind die Menschen um einen herum besonders wichtig. Im Musikvideo zum Song steht der Rest der Band seinem Sänger gegenüber und es ist herzerwärmend zu sehen, wie sie ihm wiederholt aufmunternd zublicken. “Ich weiß, wie du dich fühlst” versucht das Lied zu sagen, “Ich weiß, wie schwer es alles sein kann.” Solche Musik kann man gerade wirklich gut gebrauchen.

picky Elsa

Alles endet aber nie die Musik” hat Casper mal gesagt – und damit auch nie das Schreiben darüber. Genau das mache ich hier bei Picky, mit viel Leidenschaft. Mein Leben spielt sich meistens zwischen dem Plattenspieler mit verstaubtem Vinyl aus dem letzten Jahrhundert und meinem Spotify voller neuer Indiemucke ab. Was braucht man mehr? (Hm, Konzerte mal wieder vielleicht?) Tja, meine Freund*innen bezeichnen mich deswegen auch liebevoll als Shazam in Person – ich schätze das fasst es gut zusammen. Musik löst einfach viel in Menschen aus; Melodien lassen dich durch den Raum tanzen, Lyrics treffen ins Herz. Manches davon kann man kaum beschreiben und trotzdem versuche ich eben das in Worte zu packen. Also hi du, auf der anderen Seite des Bildschirms: Ich bin Elsa und freu’ mich darauf dich weiterhin mit vielen Artikeln über die spannendsten Sachen aus der Musikwelt versorgen zu dürfen. Wer weiß, möglicherweise stößt du dabei ja auf deine*n neue*n Lieblingskünstler*in…