Rikas im Interview: It’s Showtime, Baby!

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Rikas setzen im März 2020 ihre im letzten Jahr gestartete Showtime-Tour fort. Im Interview spricht Sascha mit Jule u.a. über Vergleiche mit anderen Bands und welche Rituale es vor den Konzerten gibt!

Ich war ja bereits im Dezember 2019 bei den Rikas in Berlin und habe euch im Nachbericht wissen lassen, wie sehenswert das war. Im Rahmen dieser Tour habe ich mit Sascha einen kleinen Talk gehalten. Schließlich läuten die Rikas nächsten Monat Runde 2 der Showtime-Tour ein. Als kleinen Vorgeschmack gibt’s also heute das Interview. Viel Spaß beim Lesen!

Rikas im Interview

Jule: Hallo Sascha! Schön, dass du trotz Tour-Stress Zeit für uns gefunden hast.

Sascha: Na aber gerne doch! 🙂

Jule: Kommen wir zuerst einmal zum Album Showtime. Ich habe mit verschiedenen Leuten darüber gesprochen und einige überraschte Töne gehört. Viele haben etwas „Poppigeres“ erwartet. Seid ihr im Vergleich zur EP Swabian Samba erwachsener geworden?

Sascha: Das kann man durchaus sagen. Ich weiß nicht, ob „erwachsener“ die treffende Beschreibung ist. Auf jeden Fall hat sich der Ansatz, wie wir an die Musik rangehen, weiterentwickelt. Wir wollten uns mit dem Album auch selbst was beweisen. Das hat vielleicht dazu geführt, dass es doch eher überraschende Momente auf Showtime gibt. Wobei ich auch nicht behaupten würde, dass Swabian Samba „poppiger“ ist. Sie ist vielleicht ein bisschen naiver und – ja dann kann man vielleicht doch „jugendlicher“ sagen.

Jule: Hast du einen Lieblingssong auf Showtime?

Sascha: Eigentlich nicht. Jeder Song hat so seinen Raum, den er braucht. Sie haben alle ihre Daseinsberechtigung und machen alle einfach Spaß. So von Tag zu Tag wechselt es. Wenn du eine konkrete Antwort haben möchtest, dann kann ich sagen: Im Moment ist es New York.

Jule: Wenn wir schon bei Städten sind: Ich habe mich ziemlich aus dem Fenster gelehnt, als ich behauptet habe, euer Song Venice würde nach Queen klingen. Wie krass liege ich damit daneben?

Sascha: Ich glaube, du liegst gar nicht groß daneben, das kann man da auf jeden Fall raushören. Wir sind generell inspiriert von Bands, die mehrstimmig singen und Acapella machen – und da gehört Queen auf jeden Fall zu einer der Bands, die viel geleistet haben. Sie haben den Sound ja weitergebracht, indem sie die Stimmen 50-fach gedoppelt haben und damit diese Soundwand an Stimmen geschaffen haben. Der Vergleich ist schon sehr nahe!

Jule: Wie steht ihr denn allgemein zu Vergleichen? Ihr werdet ja oft mit den Beatles oder Beach Boys verglichen.

Sascha: Das Ziel einer jeden Band ist es natürlich, als man selbst gesehen zu werden. Aber das muss man sich erst verdienen. Dass man verglichen wird, ist eigentlich relativ normal. Deshalb würde ich nicht sagen, dass wir die Vergleiche nicht gerne hören – es gibt auch schlimmere Vergleiche, haha. Manchmal ist es vielleicht ein bisschen zu schnell und auf einen Nenner runtergebrochen. Wir werden ja wirklich oft die „schwäbischen Beach Boys“ genannt.

Jule: Die Showtime-Tour 2019 ist ja inzwischen vorbei. Ist euch bisher im Vergleich zu den Konzerten von vor ein paar Jahren ein Unterschied beim Publikum aufgefallen? Ich war in Berlin der Meinung, dass euer Publikum jünger geworden zu sein scheint.

Sascha: Das sagen witzigerweise viele. Ich kann das gar nicht genau sagen. Gefühlt war das Publikum, gerade vorne in den ersten Reihen, immer eher jünger. Gleichzeitig ist es aber auch immer schön für uns, nach hinten zu schauen und da auch Menschen zu sehen, die nicht blutjung sind. Ich glaube, die Beobachtung kann schon stimmen, fühlt sich aber nicht groß anders an.

Jule: Habt ihr vor den Shows eigentlich Rituale?

Sascha: Mittlerweile sind Interviews auch schon Ritual. Ich glaube, gerade ist jeder von uns in einem Interview. Ansonsten versuchen wir immer möglichst viel von der Vorband mitzubekommen. Irgendwann ziehen wir uns mit der gesamten Crew zurück, singen uns warm und machen eine Startaufstellung, wie Fußballer. Und dann rappen wir zusammen. Das ist dann quasi das Go für die Show. Ich kann aber leider nicht verraten, was wir da rappen. 🙂

Jule: Dann ist ja der Weg frei für die Rap-Karriere. Dann seid ihr vielleicht irgendwann auch nicht mehr die „schwäbischen Beach Boys“ …

Sascha: … sondern die schwäbischen Beastie Boys, haha.

Jule: Ich habe gesehen, dass ihr einen neuen Tourbus habt. Was ist mit dem alten, roten passiert? Hat er das Zeitliche gesegnet, nach dem ihr so oft mit ihm liegengeblieben seid?

Sascha: Haha, gute Frage. Nee, dem geht’s fein, er hat ein bisschen Pause bekommen. Wir haben ihn glaube ich zu sehr beansprucht. Wir sind auch tatsächlich produktionstechnisch größer geworden: Die Crew ist größer, wir reisen jetzt mit Licht und deswegen waren die Sitzplätze im Roten auch schon zu wenig.

Jule: Ist der neue Tourbus also ein weiterer Schritt in Richtung Rockstar-Lifestyle?

Sascha: Ja, irgendwie schon. Dazu muss man aber sagen, dass der neue, weiße Tourbus auch schon zu klein ist. Wir sind vor zwei Wochen von der Polizei auf der Autobahn rausgezogen worden. Da wurde dann die Diagnose gestellt, dass wir überladen sind. Deshalb fahren wir jetzt sogar mit zwei Autos, haha.

Jule: Jetzt mal ein bisschen Nähkästchen-Talk. Ich habe gehört, dass Chrissi während der Tour seine Bachelorarbeit schreibt. Wie gut klappt‘s bisher?

Sascha: Haha. Ich kann jetzt nur meine Beobachtungen von außen erzählen… Ich habe ihn noch nicht so oft am Laptop gesehen tatsächlich, haha. Aber ich habe da gar keine Zweifel, dass das was wird. Chrissi ist der Ordentlichste und Strukturierteste von uns, deswegen kriegt er das auf jeden Fall hin.

Jule: Wie immer am Ende eines Pickymag-Interviews: Wenn du was loswerden willst, egal was, dann ist das jetzt dein Space:

Sascha: Ich möchte allen Leserinnen und Lesern raten: Bleibt geschmeidig. Es ist gerade glaube ich ganz gut, wenn man entspannt bleibt und Sachen nicht zu emotional nimmt. Es passieren so viele Dinge, an die man sich anpassen muss. Da hilft es wahrscheinlich, wenn man geschmeidig ist.

Jule: Vielen Dank für das lustige Interview!

Sascha: Ich danke dir, Jule. Bis bald. 🙂

Fotocredit: Lisa Nguyen

Und um euch die Zeit bis zur Tour-Fortsetzung der Rikas zu verkürzen, findet ihr hier die süße Showtime-Playlist, sogar mit den wundervollen Single-Videos:

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picky Jule

Aloha, ich bin Jule und ziemlich picky. Und genau deswegen berichte ich hier mit viel Liebe über die Musik deines zukünftigen Lieblingskünstlers. Fasziniert, leidenschaftlich und immer frei raus :) #sendnoods