Milky Chance beim Picknick-Konzert in Berlin: AAAHH!!

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Kaum zu glauben, dass wir in diesem Jahr doch noch einen Konzertbericht droppen können, aber: Milky Chance haben im Rahmen der Picknick-Konzerte eine Show im Berliner Marienpark gespielt. Das hat sich Konzert-Fee Picky Jule natürlich nicht zweimal sagen lassen. Die Highlights der Show lest ihr jetzt.

Kurz zum Warmwerden, falls es irgendwer nicht mitbekommen haben sollte (hä?): Stell dir vor, du bist ein Landstreicher und Corona reißt dir eiskalt deinen Job aus den Händen. Ziemlich kacke, oder? Haben sich die Landstreicher auch gedacht und kurzerhand das Konzept der Picknick-Konzerte entwickelt. Corona-konforme Shows, die man auf seiner Picknickdecke und mit allerlei mitgebrachten Snacks und Drinks genießen kann. Da schießen mir als leidenschaftliche Konzertgängerin, die seit Monaten auf kaltem Entzug ist, natürlich direkt die Tränen in die Augen. Also nicht lange gefackelt und Karten für Milky Chance organisiert!

Mein erstes Highlight beginnt schon vor dem Konzert: Als Bewohnerin des Südwestens von Berlin schreie ich schon mal vor Glück, dass ich endlich mal nicht eine Stunde oder mehr zur Location brauche. Die Berliner Picknick-Konzerte fanden nämlich im Lankwitzer Marienpark statt. Eben dort angekommen verzweifeln mein bester Freund und ich erstmal daran, die Parkplätze zu finden, die von der Straße aus wirklich nicht so gut, nämlich gar nicht, ausgeschildert sind. Kurzerhand haben wir also (wahrscheinlich komplett illegal) neben einem DHL-Depot geparkt, upsi.

Sowas von ready for the party

Hoffentlich ist das Auto nachher noch da. Naja, egal. Masken aufziehen, Decke und Drinks schnappen und ab zum Eingang. Auf dem Weg dahin entdecken wir dann auch die Parkplätze, aber da wir rebellische Kids der 90er sind, parken wir nicht um (Stichwort: Leben am Limit). Beim Einlass dann kurzer Check, ob ich jemanden abstechen oder bewerfen will. Will ich nicht. Also ab durch die Schleuse. Dort wartet eine junge Dame, die uns zu dem für uns zuständigen Platzanweiser lotst und der uns wiederum zu unserem auf dem Rasen eingezeichneten Space. Dort machen wir es uns also bequem und stoßen das erste Mal an. Äußerlich bin ich (glaube ich) völlig ruhig, aber innerlich ist es die exzessivste Aufregung und Vorfreude, weil gleich das erste Mal seit März wieder Bässe durch meinen Körper ballern.

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Das erste Mal habe ich Milky Chance vor über zwei Jahren live gesehen. „Wenn die schon mal in Berlin und nicht in Südamerika spielen… Wer weiß, wann man sie das nächste Mal hier sind“. Heute ist es dann das dritte Mal. Im Licht der gerade untergehenden Sonne, die das Ende eines warmen Sommertages einläutet, betritt die Band die Bühne. Und ich merke, dass wir in derselben Gefühlsachterbahn sitzen. Den ersten beiden Songs lauscht das Publikum noch Nudelsalat kauend im Sitzen – also bis auf die erste Reihe, die hält ab der ersten Sekunde nix mehr auf ihren Hintern. Als Sänger Clemens aber alle zum Tanz bittet, erhebt sich der ganze Marienpark. Wer Milky Chance schon mal live gesehen hat, der weiß, wie energiegeladen sie sind. Das spiegelt sich auch aufs Publikum: Völlig frei von den von Ängsten und Sorgen der letzten Monate werden Arme in den Himmel gestreckt und inbrünstig mitgesungen. Holy guacamoly, das hat mir so gefehlt. Ich gebe zu, dass ich minutenlang meine Blicke nicht vom Publikum lassen kann, weil mich das so glücklich macht. Gänsehaut-Momente at it’s best.

Die Mischung macht’s und sie macht’s gut

Milky Chance versorgen uns mit einem perfekten Ensemble aus ihren drei Alben. Ob „Flashed Junk Mind“, „Cocoon“ oder „Daydreaming“, alles dabei. Auch immer wieder beeindruckend: Antonio, der bei „Sweet Sun“ gefühlt 5 Minuten am Stück Mundharmonika spielt, ohne dabei auch nur einmal Luft zu holen. Kann man neidisch auf das Lungenvolumen eines anderen sein? Wie auch immer. Da die Show auch als Live-Stream verfolgbar ist und Milky Chance ja inzwischen ein heftiges internationales Standing haben, finden Clemens‘ Ansprachen auf Englisch statt. Nun ist er nicht unbedingt ein Mann großer Worte, daher halten die sich auch eher in Grenzen. Dank einer kleinen Soundpanne hat man ihn beim Sprechen kurzzeitig auch mal gar nicht gehört, das lockert die Stimmung aber direkt nochmal ein wenig auf. Auch als er sich während eines Songs das In-Ear geschrottet hat, ist die Lösung fix gefunden. In solchen Situationen merkt man einfach, dass Milky Chance so schnell nichts aus der Ruhe bringt, Profis halt.

Nach 1,5 Stunden ist das Konzert vorbei und ich bin wirklich überrascht, wie smooth das alles funktioniert hat. Während der Show hatte ich nicht einmal das Gefühl, dass etwas anders ist. Ich glaube, an Konzerte mit personal spaces und Abstandsregelungen kann ich mich absolut gewöhnen. Das Publikum hat sich ausnahmslos an alle Regeln gehalten – ich gebe zu, dass ich da vorher etwas skeptisch war. Natürlich kann ein Picknick-Konzert nicht das Feeling eines schwitzigen Club-Konzerts ersetzen, aber im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten war es das Beste, was geht. Zum Abschluss statten wir natürlich noch dem Merch-Stand einen Besuch ab und verabschieden uns dann von Milky Chance, dem Marienpark und den Picknick-Konzerten, die uns allesamt einen tollen Abend bereitet haben. Vielen Dank dafür!

Thumbs up für die Picknick-Konzerte

Im September finden übrigens noch ein paar Picknick-Konzerte statt. Also falls auch ihr vorher skeptisch wart, dann lasst euch gesagt sein: Wagt es, ihr werdet es nicht bereuen.

Als Rausschmeißer findet ihr hier noch das Musikvideo zu „Flashed Junk Mind“. Einfach nur, weil dieser Song einer meiner liebsten von Milky Chance ist und ihr ihn hören sollt. Over and out.

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picky Jule

Aloha, ich bin Jule und ziemlich picky. Und genau deswegen berichte ich hier mit viel Liebe über die Musik deines zukünftigen Lieblingskünstlers. Fasziniert, leidenschaftlich und immer frei raus :) #sendnoods