Kaltenkirchen und Trille zünden Autotune-Feuerwerk im Maze

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Falls es irgendwer nicht mitbekommen haben sollte: Kaltenkirchen und Trille sind Hand in Hand auf „Kopf an Kopf“-Tour gegangen. Selbstredend, dass du Picky Jule hast abfeiern sehen, wenn du auch im Berliner Maze warst. Falls nicht, dann bist du bei diesem Artikel genau richtig. Denn hier erfährst du, wie’s war. Viel Spaß beim Lesen!

Vorfreude. Ein passenderes Wort gibt es nicht für das Gefühl, was ich schon seit Wochen habe. Das erste Mal werde ich Kaltenkirchen live hören. Und verdammt, es wird eben auch das erste Mal Trille live sein. WUHU ALDER. Selbstverständlich tauchen meine Begleitung und ich mal wieder überpünktlich im Maze auf, weil ihr wisst schon: Immer erstmal ‘n Gin Tonic genehmigen. In der Location selbst entdecke ich dann schnell ein mir bekanntes Gesicht: Annekatrin von abgefreakt.de. Die kannte mich natürlich überhaupt nicht. Dementsprechend auch ihr Gesichtsausdruck, als ich sie typical me einfach an- und vollgequatscht habe. Die Zeit bis zum Konzertbeginn haben wir uns dann mit deepen Musik-Talks und Merchstand-Analysen vertrieben. Das war sehr schön!

Kaltenkirchen, der deutsche John Travolta?

Ab dem Moment, als Kaltenkirchen die Bühne betritt, habe ich aber kein Auge mehr für das, was um mich rum passiert. Weil ich so gespannt bin, wie „Im Namen der Liebe“ live klingen wird. In meiner Review habe ich übrigens ausführlich erzählt, wie ich dieses Album finde. Natürlich begleitet von the one and only Trommelmeister Niklas wird der Abend mit „Die Lichter“ eröffnet. Selbstredend, dass ich sofort laut mitsinge. Meinen Gesangs-Content überbietet Kaltenkirchen aber eiskalt mit einer offensichtlichen Let’s Dance-Bewerbung. Ziemlich nice wie er abgeht, hätte ich gar nicht erwartet. Ich tippe aber darauf, dass da ein klitzekleines bisschen Nervosität mitgetanzt hat. Wer wills ihm verübeln, ist immerhin die erste eigene Headliner-Show – ich hätte mir wahrscheinlich einfach komplett eingenässt.

Kaltenkirchen performt u.a. „Liebe auf dem Klavier“, „Harry Haller“, „Phase Null“ und natürlich auch „Du & Ich (1990)“. Meine Emotionen diesen Song betreffend sind bisher noch nicht abgestumpft. Ich empfinde ihn live als genauso emotional catchy wie auf der Platte (hatte no joke bisschen Gänsehaut). Mega angetan hat’s mir auch der bisher unveröffentlichte Song, jetzt gespielt wird. Hoffentlich wird der auch irgendwann released, denn er ist sehr süß. Übrigens, was mir während des Konzerts generell auffällt: Die Voice-Effekte von Kaltenkirchen klingen live echt 1:1 wie auf der Platte. Ich habe keinen Plan, wie die das hingekriegt haben, aber ich wollte es nicht unerwähnt lassen.

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Beendet wird das Set von Kaltenkirchen dann mit dem Song „Demonstration“, der ja ein reines Instrumental ist. Niklas und er verlassen während des Songs die Bühne. Das erste Mal seit Beginn des Konzerts schaue ich mich um. Eigentlich wäre jetzt der Augenblick, wo auch wir alle dancemäßig ausflippen sollten. Hält sich aber leider ein bisschen in Grenzen hier – was los mit dir, Berlin? Zur Zugabe schnappt sich Niklas dann eine Gitarre und hüpft gemeinsam mit Kaltenkirchen von der Bühne. Das Publikum setzt sich auf den Boden, das Licht wird gedimmt. Nun stimmen die beiden Hannes Wader’s fast 50 Jahre (!) alten Smash-Hit „Heute Hier, Morgen Dort“ an. Plötzlich ist es wie mit alten Freunden zusammensitzen. Am Lagerfeuer. Und dann singt das ganze Maze mit, uff. Harmonischer hätte man dieses Set wirklich nicht beenden können.

Und außerdem: I hope you’ll find someone who looks at you like Philip looks at Niklas <3


Und Trille ist die deutsche Beyoncé?

Eine minikleine Umbauphase später (es werden neongrüne Plexiglas-Scheiben auf der Bühne verteilt) beginnt Trille mit seiner Band. Autotune-Indietrap mit echten Instrumenten – spannend! Seit Wochen führe ich meinen „Play Soft“-Ohrwurm spazieren. Keine Ahnung, ob das nach dem Konzert besser wird. (Nope, wurde es nicht. Frage immer noch random Leute, ob sie wissen, was eine Bärenmassage ist). Trille hat bisher drei Songs veröffentlicht, so dass sich mein Mitgröhl-Repertoire (zum Glück für alle um mich herum) eben auf diese drei Songs beschränkt. Aber no problemo, ich versuche das einfach mit Dance-Moves á la Kaltenkirchen auszugleichen. Denn dazu lädt der Sound von Trille echt massig ein.

Wo ich vorhin noch über Nervositäten gemutmaßt habe, so bin ich mir da bei Trille ziemlich sicher. Statt witzigen Talks zwischen den Songs reicht es erstmal nur für glitzernde Äuglein und ein verschmitztes Lächeln. Ah, wie sympathisch ist dieser Typ bitte? Im Laufe des Sets erklärt er, dass es für ihn merkwürdig ist, in so viele bekannte Gesichter zu blicken – es sind offensichtlich einige seiner Freunde da. Und gemeinsam mit denen erlebe ich jetzt einen ziemlich geilen Moment: Trille’s Band spielt und er verlässt die Stage mit den Worten „Bin gleich wieder da“. Die Band spielt weiter. Und plötzlich stürmt er zurück auf die Bühne – in einem neuen Outfit. Einer der besten Momente an diesem Abend.

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Von den neuen Songs gefällt mir „Bits & Bytes“ mega gut. Auch der über die Fernbeziehung, die Trille für zwei Jahre führen musste, ist sehr bewegend. Mein absoluter Favorit ist aber der mit dem „Sohn aus der Zukunft“. Ich höre den das erste und einzige Mal und kann bis heute den kompletten Refrain mittrillern (is ja gut, 5,00 € in die Premium-Wortwitz-Kasse). Aber da geht’s mir wohl wie Bassist Max, der wirklich JEDEN Song sichtlich fühlt, richtig cute! However. Völlig sick wird’s, als mit der Zugabe „Monotonie“ der letzte Song des Abends losgeht. Nicht nur, dass so ziemlich jeder laut mitsingt. Es fühlt sich einfach schon wieder so an, als wäre man mit all seinen Freunden zusammen. Nur diesmal eben nicht am Lagerfeuer, sondern ausgelassen feiernd. Sieht Trille wohl auch so (gut, sind ja halt auch wirklich seine Freunde) und springt mit breitem Grinsen ins Publikum.

Nun tanzen wir also alle gemeinsam und schließen damit das erste Konzert der „Kopf an Kopf“-Tour gebührend ab.


Gib mir deine Hand, denn ich will (ich will, ich will) nie mehr Monotonie

Eigentlich kann ich mir ein Fazit sparen, oder? Wer den Artikel aufmerksam gelesen hat, der weiß genau, wie ich’s fand. Kaltenkirchen’s Musik toucht mich einfach next level. Und ich bin froh, dass sie es auch live tut. Trille hat mich mit seinen Indietrap-Beats dann wieder auf den Gute-Laune-Boden der Tatsachen geholt. Für mich war das alles literally Kopf an Kopf. Ich wollte eigentlich nirgendwo anders hin, trotzdem haben mich beide Sets jeweils auf ihre Art komplett abgeholt. Beendet wird der Abend für mich mit dem Kauf von Trille-Merch und einem kleinen Talk mit Kaltenkirchen, den wir mit einer sehr herzlichen Umarmung beenden. Und damit gehe ich rundum happy nach Hause. Mit dem Feeling, heute einen tollen Abend mit Freunden verbracht zu haben.

Und euch entlasse ich aus diesem Artikel sowohl mit meinem Ohrwurm von Trille’s „Play Soft“ als auch mit Kaltenkirchen’s „Tageslicht“, einem Cover von „Daylight In Your Eyes“ von den No Angels:

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picky Jule

Aloha, ich bin Jule und ziemlich picky. Und genau deswegen berichte ich hier mit viel Liebe über die Musik deines zukünftigen Lieblingskünstlers. Fasziniert, leidenschaftlich und immer frei raus :) #sendnoods