Drens im Interview: „Wir haben eine „Halt den Kopf oben“-Attitüde, auch wenn’s mal nicht läuft“

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Drens haben letzten Monat ihre EP Pet Peeves rausgehauen. Ihre Musik betiteln die Dortmunder als „Surfpunk“. Zu Recht, trifft man sie doch meist in ihren quietschroten Drenspants an, ready for the beach. Picky Jule hat mit Drens (leider nicht am Strand, aber nächstes Mal!) über good vibes/bad vibes, Lieblingstracks und Halloumi gequatscht. Und was es da zu erzählen gab, lest ihr jetzt.

Drens im Interview

Jule: Erstmal vielen Dank, dass ihr euch Zeit für uns genommen habt. Am 15.05. ist eure EP mit dem schönen Namen Pet Peeves erschienen. Was ist denn euer persönliches Pet Peeve?

Drens: Hi! Gerne, danke für deine Fragen. Ich glaube, der größte Nenner den wir haben ist, sich selbst im Weg zu stehen. Verursacht durch Selbstzweifel oder der Angst vor dem Versagen. Es ist auf jeden Fall gesund zu versuchen, sich da etwas lockerer zu machen und mit sich selbst Frieden zu schließen. Es ist schon ok, dass der eigene Weg zum Beispiel nicht so geradeaus läuft wie bei anderen.

Jule: Eure EP wurde von niemand geringerem als Steffen Israel von Kraftklub produziert. Wie kam es denn zu dieser Zusammenarbeit?

Drens: Wir haben auf ein paar Festivals gespielt auf denen Kraftklub ebenfalls waren. So haben wir Steffen und die Gang kennengelernt. Es hat sich dann rausgestellt, dass wir uns für die gleichen Bands begeistern. Als es dann darum ging aufzunehmen, haben wir Steffen einfach gefragt, ob er Bock hat mit uns zu arbeiten. Zum Glück hatte er das, denn es hat echt super gepasst. Er hat einfach komplett verstanden, wo wir mit Pet Peeves hin wollten.

Jule: Euer Sound klingt ja erstmal nach guter Laune und mit ’nem Bier am See feiern. Textlich geht’s jedoch eigentlich genau um das Gegenteil. Ist es euch wichtig, auch beschissene Tage und Feelings zu feiern und zu versuchen, das Bestmögliche bzw. vielleicht sogar was Gutes daraus zu machen?

Drens: Ja, das trifft es schon ganz gut. Bei uns allen gibt’s da schon so eine „Halt den Kopf oben“-Attitüde, auch wenn es mal nicht läuft und alles etwas düsterer um dich herum ist. Wir vier sind an sich schon sehr lebensbejahend, das merkt man auch der Musik an. Textlich wird dann der Mist verarbeitet. Uns gefällt der Kontrast auch: Wie oft hat man Tage an denen sich schlechte Laune schnell in gute verwandeln kann, oder andersrum. Hell und dunkel liegt nah bei einander, daher finden wir es ganz cool zu sagen, dass es nicht immer nur traurig oder glücklich gibt.

The good life – oder doch nicht?

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Jule: Apropos beschissene Tage, davon gab es ja in jüngster Vergangenheit echt ein paar. Wie habt ihr denn die letzten Wochen und Monate in Isolation verbracht? 

Drens: Am Anfang war schon echt viel Frust da. Auch wir mussten viele Konzerte absagen, auf die wir uns ewig gefreut hatten. Wir hätten zum Beispiel zusammen mit Itchy  gespielt oder auch unsere Release-Tour im Mai. Dass das auf einmal wegfiel war schwierig, aber irgendwann hat der Gedanke auch getröstet, dass es allen so geht und man mit dem Gefühl nicht alleine ist. Wir konnten dann auf jeden Fall auch mal richtig rekapitulieren, was wir alles in den letzten zwei Jahren erleben durften. Wir haben sehr viel live gespielt und generell Zeit mit der Band verbracht. Auf einmal gab es dann sehr viele Gespräche bei Skype, in denen einige „Weißt du noch..“- Geschichten ausgepackt wurden. Nicht nostalgisch oder so, sondern einfach mit super viel Freude darüber, was alles so passiert ist.

Jule: Wie steht’s eigentlich so ums Musikhören bei euch? Irgendwelche Lieblingstracks oder -releases aus der letzten Zeit?

Drens: Das ist übrigens ein schöner Nebeneffekt der Isolation: Gerade ist die Zeit, sich den Dingen wieder richtig zu widmen. Musik nicht nur nebenbei, sondern ganz bewusst hören. Wir haben die neue Single von Idles gefeiert, auch die Live-Platte von King Gizzard and the Lizard Wizard ist nice. Ansonsten machen die Alben von Blond und Itchy auch richtig Bock. Die Singles von Pabst sind auch super. Ach, diese Liste könnte man ewig weiterführen..

Jule: Ab November 2020 geht ihr ja (hoffentlich!) auf Tour, aber bis dahin wird wohl nicht so viel abgehen. Gibt’s schon Pläne, wie ihr die Zeit bis dahin rumkriegt?

Drens: Hoffentlich so produktiv wie möglich. Wir könnten unseren Proberaum mal wieder aufräumen, haha… Musik schreiben geht gerade schon ganz gut, das machen wir auch viel und schicken uns dann Demos hin und her. Mal sehen was daraus wird. Irgendwann dann auch wieder zu viert proben wäre stark.

In Teufelsküche mit Drens

Jule: Mal ein offtopic: Man erzählt sich, dass ihr als Band u.a. durch die gemeinsame Liebe zu Halloumi zueinander gefunden habt. Wie esst ihr Halloumi am liebsten (gerne mit genauem Rezept, frag für’n Freund..)?

Drens: Oh ja, Halloumi ist großartig! Es ist etwas komisch, dass es bei uns in Dortmund nur ein paar wenige Läden gibt, die Halloumi-Sandwich machen. Voll die Marktlücke. Sind jedes Mal neidisch, wenn wir auf Tour in Städten sind, wo es das überall gibt. Favorit ist dann oft die klassische Falafel-und-Halloumi-Rolle. Ansonsten empfehlenswert: Burger mit Halloumi. Belegt dann mit gegrillter Zucchini, Aubergine und Paprika. Gerne noch ein bisschen Petersilie. Würde super gerne das Brot dazu mal selbst machen, dauert mir dann aber doch immer zu lange – Ciabatta-Brötchen tun es dann auch. 

Jule: Hm, jetzt hab ich Hunger.. Nun gut. Zum Ende eines jeden Pickymag-Interviews gibt’s ein Blank Space. Ihr könnt jetzt alles rauslassen, was euch auf dem Herzen liegt, völlig egal was:

Drens: Das ist wahrscheinlich eh klar, aber wir freuen uns super krass auf unsere Tour im November und Dezember, das ist gerade echt unser Licht am Ende des Tunnels. Hoffentlich ist die Welt bis dahin wieder besser drauf und Corona nervt nicht mehr. Was wir uns wünschen würden ist, dass die Menschen, an die gerade nicht so häufig gedacht wird, nicht vergessen werden: Corona kennt keine Grenzen und wie Menschen vor den Toren Europas hängen gelassen werden, ist traurig. Es wäre schön, wenn die EU Organisationen wie die „Seebrücke“ oder „Grenzenlose Wärme“ nicht hängen lassen und teilweise kriminalisieren, sondern helfen würde.

Jule: Liebsten Dank für den schönen Talk und die noch schöneren letzten Worte. Ich werd mir jetzt erstmal was zu Essen organisieren. 😀


Wenn ihr übrigens Bock habt, Drens im Winter 2020 auf Tour zu besuchen, Tickets dafür gibt’s hier. Um die (picky approved) EP Pet Peeves zu hören, klickt ihr hier. Und danach könnt ihr euer Bestes geben und laut beim letzte Woche erschienenen Karaoke-Video zum Song Ride The Tide mitsingen, um euch wie der Surferdude zu fühlen, der ihr seid. Viel Spaß!

Fotocredits: Leonie Scheufler

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picky Jule

Aloha, ich bin Jule und ziemlich picky. Und genau deswegen berichte ich hier mit viel Liebe über die Musik deines zukünftigen Lieblingskünstlers. Fasziniert, leidenschaftlich und immer frei raus :) #sendnoods