Cinemagraph & Tombola: Die volle Packung Indie

Die volle Packung Indie Cinemagraph & Tombola Musik Indie Berlin Picky Pickymagazine blog Online Konzert Live Austerclub Bericht Newcomer Band The Kooks

Mittwochabend. Berlin. Austerclub. Bin vorher noch nie in dem Schuppen gewesen, aber der Security hatte an dem Abend entweder seinen ersten oder seinen letzten Einsatz. So gesprächig und freundlich bin ich noch nie betatscht worden. Kein Messer und keine Schusswaffe in meinem Beutelchen zu finden, denn ich hatte nur Bock auf gute Musik und ein paar Biere.

Wie Porno-Darsteller komme ich gerade richtig, denn soeben steigen die drei Jungs von Tombola auf die Bühne und beginnen ihre Show. Tristan hatte ich erst neulich für ein kleines Interview zu ersten Tour getroffen. Die Haare sind immer noch pink. Sorry Mr. President. 😉

Tombola sind in echt funkiger, als man anhand der Studio-Aufnahmen vermuten würde. An der Gitarre spielten sich teilweise echt komplexe Sachen ab. Mr. Drummer hatte einen sehr sympathischen Spielstil, und Tristan hat auch saubere Arbeit am Mikrofon und Bass geleistet. Stabile Vorband die ordentlich Druck gemacht hat, wie weinende Babys in der vollen U-Bahn auf ihre Eltern. 😉

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Tristan gibt alles am Mic! Weiter so, Junge! ©CAPADOL

Die Ansagen zwischen den Songs waren manchmal etwas unsicher und hingen irgendwie komisch in der Luft. War das jetzt ein Witz? Muss ich jetzt lachen? Die Band weiß es auch nicht so genau. Unsichere Blicke. Nächster Song.

Ziemlich unfreiwillig komisch fand ich einen Song, der in einem Acapella der drei endete. Allerdings klingen drei Männerstimmen auf ungefähr der selben Tonhöhe eher nach Saufgelage im Vereinsheim als nach sphärischem Layering. Trotzdem sind Tombola live eine sehr knackige Band mit hohem Unterhaltungsfaktor!

Cinemagraph sehen mindestens so indie aus, wie sie klingen

Dann war es auch schon Zeit für Cinemagraph, eine junge Band aus Mannheim, die echt schon das You know we are indie because we look like it-Paket haben.

Musikalisch haben die vier Jungs irgendwo zwischen The Kooks, Fil Bo Riva, Giant Rooks und einer Indieband deiner Wahl ihr Handtuch hingelegt und dort eine stabile Sandburg gebaut. Eigentlich ist mir nichts aufgefallen, was darauf schließen lässt, dass keiner der Jungs älter als 22 Jahre alt ist und sich schon was auf sich einbildet.

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U Used to call me on my Cinemagraph haha ©CAPADOL

Besonders auffällig war natürlich Mr. Frontsänger. Ich meine der Typ war zwei Meter groß und hatte die funkigste Hose an, die ich seit dem Uptown Funk-Musikvideo gesehen habe. Außerdem habe ich neben Matty Healy noch nie jemanden gesehen, der so indie an die Decke oder auf den Boden schauen kann. Die volle Packung bored-indie mit Sahne obendrauf. Kleines Goldkettchen, noch lässig die Haare nach hinten schleudern und Pheromone im Raum verteilen. Beim rausgehen wäre ich fast auf dem nassen Fußboden ausgerutscht. Wäre ich seine Mutter, dann wäre ich stolz auf ihn. Eigentlich bin ich auch so stolz auf ihn. 🙂

Der Auftritt von Cinemagraph war ebenfalls ziemlich tight. Alle wussten, was sie tun und die Animationen zwischen den Liedern waren auch stimmig. Das Set war dynamisch aufgebaut, weder zu wild, noch zu ruhig. Eigentlich habe ich wirklich nichts anzumerken, was mir irgendwie negativ aufgefallen wäre. Einfach ein stabiler Auftritt ohne Patzer. Manchmal habe ich richtig getanzt, an anderer Stelle nur mitgewippt und manchmal hatte ich auch einfach nur die Augen zu. Alles tutti also.

Cinemagraph können nicht nur Indie, sondern auch Pop!

Der Bassist sah manchmal etwas aus wie Yung Hurn mit diesem Schnauzer und es gab noch einen Cameo-Auftritt. Auf einmal lief nämlich dieser Hotline-Bling Percussion-Groove und der Drummer kam nach vorne, um den Song zu performen. Clever gemacht, denn den Song kennen alle, er macht gute Stimmung und ist dazu noch leicht zu covern. Dass diese kleine Einlage als Gag gemeint war, hat man schon obviously gemerkt. Funktioniert hat die Idee aber trotzdem. Leute, die normalerweise von jedem Scheiß offended sind und unsinnig alles kritisch betrachten, tanzen auf einmal zum kommerziellstem Künstler des Planeten.

Alles in allem war das also echt ein stabiler Konzertabend: Zwei verschiedene noch sehr junge Bands, die jeweils auf ihre eigene Art und Weise unterhalten und gute Musik machen. Tombola und Cinemagraph kann man sich beide für die Zukunft merken! Ich hatte viel Spaß an dem Abend und hoffe du wirst es auch haben, solltest du die Bands mal live sehen! 🙂

Außerdem noch ein großes Dankeschön an Lih für die tollen Bilder. Schau mal auf seiner Website Capadol vorbei! 🙂

Und wenn es dir noch nicht reicht, kannst du dir hier noch das Musikvideo zu Baby Where You At anschauen. Voll contemporary und zeitgeistig der Titel ey:

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picky Tim

Hey du, ich bin Tim und ziemlich picky. Deswegen schreibe ich nur über Musik, die ich selbst sehr gut finde. Ich schreibe oft frech, manchmal auch ernst, aber immer 100% ehrlich. #promise

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