Betterov mit „Angst“ über anhängliche Dauerbegleitung

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Newcomer Betterov erzählt in seiner zweiten Single „Angst“ wie ihn diese begleitet, gefangen hält, aber auch beschützt. Picky Jule hat den Song in den letzten Wochen in Dauerschleife gehört und erzählt dir in diesem Artikel, wieso du das auch tun solltest.

Was man über Manuel Bittorf, wie Betterov mit bürgerlichem Namen heißt, weiß, lässt sich an einer Hand abzählen: Schauspiel-Ausbildung, seit 2015 mit eigenen Songs in der Berliner Kneipenszene unterwegs und aktuell halt mein most played Artist auf Spotify. So schnell kann‘s gehen.

Im November 2019 hat er ohne großes Brimborium seine Debütsingle „Dynamit“ released und jetzt mit „Angst“ nachgelegt. Und „Angst“ beginnt mit einem Gitarrenriff, das auch von Drangsal stammen könnte. Relativ schnell setzen die temporeichen Drums ein und ziehen mich sofort in ihren Bann. Spätestens jetzt dürften sich sämtliche Musiker in den Hintern beißen, dass nicht sie diesen Song geschrieben haben.

Als Betterov‘s Stimme erklingt, bekommt der tanzbare Sound einen Beigeschmack. Fast schon lethargisch singt er davon, dass ihm die Angst im Nacken sitzt und die Laune verdirbt, sie ihn müde macht und den Schlaf raubt. Relatable. Die schwermütigen Lyrics und das Instrumental sind zwar ziemlich gegensätzlich, ergänzen sich dadurch aber umso besser.

Alles andere als Stille, Stille, Stille…

Soundtechnisch ist „Angst“ irgendwo zwischen Indie-Rock und Post-Punk einzuordnen. Und ist von Anfang bis Ende einfach ein Ohrwurm. Denn, fun fact: Seit Wochen können mein bester Freund und ich uns im Auto nicht mehr unterhalten. Schließlich sind wir aus vollstem Herzen damit beschäftigt, diesen Song auf Lautstärke 84 durch die Boxen zu jagen und mit 375 dB mitzu… na nennen wir’s mal “singen“.

Der 26-jährige Betterov (btw: Alles Gute nachträglich!) singt sehr detailliert davon, was seine Angst mit ihm macht. Wie sie ihn verfolgt, auf ihn wartet, sein Leben bestimmt, ihn gefangen hält. Dennoch spricht er am Ende des Songs auch aus, was wir alle manchmal vergessen: Angst kann auch was Gutes sein. Sie kann uns vor Gefahren schützen. Auf jeden Fall lässt sie uns Risiken besser abschätzen.

Was die Welt da draußen will,
sie wird auf jeden Fall verlieren.
Denn solang‘ meine Angst bei mir ist,
kann mir gar nichts mehr passieren.

„Angst“ ist ein Song, von dem ich nicht wusste, wie dringend ich ihn gebraucht habe. Die Drums ballern durchweg rasant – und ich bin sooo glücklich, dass sich das Gitarrenriff, mit dem alles begann, eiskalt durch den kompletten Song zieht. Insgesamt eine sehr eingängige Melodie, die mich die kompletten 3:20 Minuten auf meinen Oberschenkeln trommeln lässt. Im März 2020 erscheint die von Tim Tautorat produzierte EP „Viertel vor Irgendwas“. Und wenn die so weitermacht, wie die Singles angefangen haben, dann sollten wir uns darauf gefasst machen, dass Betterov ziemlich sicher durch die Decke gehen wird (so wie Dynamit z. B. … *ba dum tss*).

Auch einen Blick wert ist das Video zu „Angst“, in dem Betterov sein schauspielerisches Können präsentiert und mit simpelsten Mitteln eine wunderschöne Metapher gebastelt hat:

Foto: Massimiliano Corteselli

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picky Jule

Aloha, ich bin Jule und ziemlich picky. Und genau deswegen berichte ich hier mit viel Liebe über die Musik deines zukünftigen Lieblingskünstlers. Fasziniert, leidenschaftlich und immer frei raus :) #sendnoods

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