ÄTNA im Lido: Mit experimentellen Sounds zum Vulkanausbruch

ÄTNA, Made By Desire, Lido, Berlin, Konzert, Live, Musik, Indie, Blog, Blogger, Online, Musik, Magazin, Pickymagazin, Pickymagazine

ÄTNA haben im Februar 2020 ihr Debütalbum Made By Desire veröffentlicht. Ihren spannenden Sound haben sie gemeinsam mit Support-Act Lie Ning dem Berliner Publikum vorgestellt. Im (wohl erstmal letzten) Konzertbericht von Picky Jule liest du jetzt die Highlights der Show.

ÄTNA bestehen aus Inéz Schaefer und Demian Kappenstein und gründeten sich 2016, nachdem sie sich an der Musikhochschule Dresden kennen und musikalisch lieben gelernt haben. Zwei EP’s und etliche Auftritte im In- und Ausland später stehen wir also im Berliner Lido und sind gespannt, wie das Debüt Made By Desire wohl live klingen wird. Wir schreiben den 11.03.2020 und die Corona-Krise kickt bereits ordentlich rein. Es sind zwar offensichtlich ein paar Wenige doch lieber Zuhause geblieben, trotzdem ist das ausverkaufte Lido zum Konzertbeginn echt ganz schön voll.

Lie Ning eröffnet den Abend – und überrascht mich

Lie Ning, ÄTNA, Lido, Berlin, Live, Konzert, Musik, Indie, Blog, Blogger, Online, Picky, Magazin, Pickymagazin, Pickymagazine
Lie Ning, seine Schuhe und seine Band

Ich kenne Lie Ning, den jüngen Künstler aus Berlin, bisher noch nicht. Er betritt gemeinsam mit einem Drummer und einem Gitarristen die Bühne – auf die achtet aber ziemlich schnell niemand mehr, denn der Typ ist eine absolute Erscheinung. Mein erster Blick geht zu seinen Schuhen. Denn er trägt ein Paar, bei dem mir meine Füße schon allein vom Hingucken wehtun. Er hingegen bewegt sich, als hätte er Air Max an. Nun gut. Er beginnt sein Set und ich bin überrascht, hatte ich jetzt eigentlich irgendwas Verrücktes erwartet. Stattdessen ist sein Sound souliger Pop, den er mit seiner warmen Stimme und einer nicen Range umarmt. Das Publikum scheint’s auch zu mögen. Es wird smooth mitgewippt und Lie Ning freut’s. Das sieht man eindeutig an dem sympathischsten Lächeln 2020, das er auflegt. Der Sound trifft zwar nicht unbedingt meinen Geschmack, aber ich bin mal wieder froh, mir die Vorband gegönnt zu haben. Lie Ning ist auf jeden Fall ein Hingucker und hat uns perfekt auf den Abend vorbereitet.

Es beginnt zu brodeln: ÄTNA legen los

Weiter geht’s mit ÄTNA. Das Publikum rückt näher zusammen und wartet gespannt, was die beiden gleich präsentieren werden. Inéz sitzt rechts an Keyboard und Synthies, Demien links an Percussions und Drums. Die beiden haben sich so positioniert, dass sie sich während der Show quasi gegenüber sitzen, statt wie wir es sonst kennen, in Richtung des Publikums. Hinter Inéz steht ein riesiges.. Ding, was bisschen aussieht wie ein Wellblech (ich habe keine Ahnung, wie ich es anders beschreiben soll). Später am Abend werde ich aber noch lernen, dass dieses „Ding“ ein Stahlcello ist, einfach wunderschön klingt und ich es verdammt nochmal spielen möchte!!

ÄTNA, Made By Desire, Berlin, Lido, Konzert, Live, Musik, Indie, Blog, Blogger, Online, Musik, Magazin, Pickymagazin, Pickymagazine
Inéz und das Ding (aka Stahlcello)

ÄTNA sind dafür bekannt, ihren Sound live zu improvisieren und nochmal neu zu erfinden. Dennoch klingt Made By Desire genau so, wie ich es erwartet habe. Zwischendurch erzählen die beiden Anekdoten zu Entstehungen von Songs oder was ihnen sonst so auf dem Herzen liegt. Zur Entstehung von Sister erzählt Inéz, die mit ihrem Bruder bei ihrem Vater aufgewachsen ist, davon, dass sie sich immer eine Schwester gewünscht hat und ihrem Papa damit ständig in den Ohren lag.

Highlight Nr. 1: Beim Song Ruining My Brain springt Demian von seinen Drums und auch Inéz hält es nicht an ihren Keys. Die beiden hüpfen in der Bühnenmitte rum und auch das in einen tiefen Blauton getauchte Lido hält jetzt nichts mehr – der Vulkan bricht aus. Die Bässe ballern und es was soll ich sagen: Jeder scheiß Rave wäre neidisch auf das, was hier gerade abgeht. Highlight Nr. 2 ist eindeutig der Song Try, der zuerst auf Englisch, zum Ende aber auf Deutsch gesungen wird und eigentlich eher ÄTNA-untypisch ist. Ich liebe es, wie gefühlvoll Inéz diesen Song singt, das geht einfach ans Herz.

Der Boden ist Lava, ÄTNA hat abgeliefert

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ÄTNA durch ihre zahlreichen Live-Auftritte genau wissen, was sie wann zu tun haben. Ob es darum geht, das Publikum in andere Sphären zu entführen oder eben darum, es euphorisch tanzen zu lassen – alles kein Problem. Sängerin Inéz zieht einen so oder so ab dem ersten gesungenen Ton ihren Bann. Sollte euch der Sound von ÄTNA auf der Platte schon gut gefallen, dann kann ich euch ein Konzert (also wenn wir dann irgendwann mal wieder auf Konzerte gehen können) auf jeden Fall empfehlen. Das werdet ihr so schnell nicht vergessen.

Und bis dahin könnt ihr euch hier das Debütalbum Made By Desire anhören:

picky Jule

Aloha, ich bin Jule und ziemlich picky. Und genau deswegen berichte ich hier mit viel Liebe über die Musik deines zukünftigen Lieblingskünstlers. Fasziniert, leidenschaftlich und immer frei raus :) #sendnoods